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Fachkräftesicherung bleibt großes Zukunftsthema

Studie zur Entwicklung des Arbeits- und Ausbildungsmarktes in der Lausitz vorgestellt

Für die Unternehmen in der Lausitz ist die Sicherung des Fachkräftebedarfs die größte Herausforderung. Zu diesem Fazit kommt eine Studie, die im Auftrag der Wirtschaftsregion Lausitz GmbH für das Projekt "Zukunftswerkstatt Lausitz" erstellt wurde. Gerald Wagner vom beauftragten Institut für Strukturpolitik und Wirtschaftsförderung – isw - aus Halle/Saale stellte die Studienergebnisse Anfang Juli während einer Online-Konferenz vor.

Die Herausforderungen sind groß, erklärte Wagner. Die Beschäftigten weisen ein hohes Durchschnittsalter auf. Ausreichender Nachwuchs rückt nur unzureichend nach. Es fehlen in der Breite anspruchsvolle, attraktive Arbeitsplätze, die gut qualifizierte Menschen in der Region halten bzw. anlocken. Es herrscht bereits in einigen Sektoren ein Mangel an Fachkräften, so in der Industrie (Schwerpunkt Metall) und in den Gesundheitsberufen. Prognosen bis 2035 gehen davon aus, dass dieser Engpass je nach Berufen und Branchen unterschiedlich stark zunehmen wird. Betroffen sein dürften Berufe in Metall, Transport, im Sicherheits- und Reinigungsgewerbe sowie die Gesundheits-, Sozial- und Erziehungsberufe.

In welchem Maße diese Vorhersagen tatsächlich eintreten werden, hängt von vielen Faktoren ab. Die Fachkräfte-Studie beleuchtet jene, auf die die Lausitz selbst Einfluss nehmen kann.  Empfohlen werden länderübergreifende Anstrengungen von Brandenburg und Sachsen. Beide Bundesländer haben zwar aktuell unterschiedliche Strategien. Es gibt allerdings ähnliche Schwerpunktsetzungen, etwa bei der Ausgestaltung des Übergangs von der Schule in den Beruf, bei der beruflichen Aus- und Weiterbildung und beim Thema der besseren Vereinbarkeit von Privatleben und Berufstätigkeit. Die Studie empfiehlt die Zusammenarbeit an gemeinsamen Zielen für den Lausitzer Arbeitsmarkt. Konkrete Maßnahmen wären:

  • Berufsschulen langfristig sichern, am Bedarf der regionalen Wirtschaft fachlich ausrichten und modern ausstatten
  • Potenziale der Digitalisierung in der beruflichen Bildung nutzen
  • die Ausbildungsbeteiligung kleiner Betriebe durch Verbundausbildung erhöhen
  • duale Studienangebote ausbauen
  • Zuwanderung und Integration ausländischer Fachkräfte in den Arbeitsmarkt gestalten

In einer lebhaften Diskussion mit den Teilnehmern der Web-Konferenz wurde darauf verwiesen, dass aufgebaute Strukturen in der Lausitz und die Lage auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt innerhalb der Lausitz heterogen sind und bleiben. Es bedarf deshalb regionaler Lösungen, die sich teilweise innerhalb eines Landkreises unterscheiden. Finanzielle Möglichkeiten zur Ausgestaltung bieten u.a. die EU-Strukturfonds in der neuen Förderperiode 2021-2027. Hierfür stellen die Bundesländer gegenwärtig ihre Planungen auf. Die Fachkräftestudie empfiehlt eine Abstimmung der Länder Brandenburg und Sachsen, um gemeinsame Akzente für die Lausitz setzen zu können.

zur Fachkräftestudie

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