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In Großräschen wird die Ostmoderne ausgerufen

Erfolgreicher Workshop zum Thema Bau- und Industriekultur

Das tat gut! Nach Monaten der reinen Videokonferenzen gab es am 8. Juli endlich wieder eine "echte" Fachwerkstatt. Im IBA-Studierhaus Großräschen ging es um "Bau- und Industriekultur der Lausitz".

Rund 20 Fachleute aus den Ministerien Sachsens und Brandenburgs, von Architektenkammern, Stiftungen, Verbänden und Privatinitiativen aus der ganzen Lausitz trafen sich. In einem Auftaktstatement betonte Prof. Heinz Nagler von der BTU Cottbus-Senftenberg, dass Bauen in die Zukunft investieren bedeutet. "Gute Baukultur" gibt der Lausitz langfristig ihr unverwechselbares Gesicht. Dem sichtbaren Verfall der Städte müsse etwas entgegengesetzt werden, der Transformationsprozess daher auch baukulturell begleitet werden. "Wir brauchen ein sichtbares, positives Image. Mit Geldern aus dem Strukturstärkungsgesetz können Dinge entstehen, die die Sichtbarkeit verbessern", so Prof. Nagler.

Das Lausitzer Akteursnetzwerk, das sich mit Bau- und Industriekultur beschäftigt, ist vielfältig. Der Tourismusverband Lausitzer Seenland e.V. sowie die Wirtschaftsregion Lausitz GmbH sind institutionell von besonderer Bedeutung aufgrund der länderübergreifenden Ausrichtung. Vereine, Initiativen und Arbeitsgruppen haben einen überregionalen Fokus, teilweise wirken sie international. Gemeinsam will man dafür sorgen, dass Bau- und Industriekultur im Zuge des strukturellen Wandels ein wichtiger Anker für die wirtschaftliche Entwicklung, die Steigerung der Attraktivität des Lebensraums und Identitäts(neu)findung ist.

Erste Entwicklungspfade sind identifiziert und mit konkreten Maßnahmen untersetzt. So sind sich die Akteure einig, dass es für den Wandel lokale Spielräume braucht. Dafür sind die Akteure vor Ort entscheidend, die idealerweise interdisziplinär kooperieren. Bestehende Lücken sollen nicht "irgendwie" geschlossen werden, sondern mit neuen Leuchttürmen. Die Zeit ist nach Ansicht der Experten reif für eine OSTMODERNE, ohne dabei das bauliche Erbe und die Traditionen aufzugeben.

Als klassisches Querschnittsthema wird die Bau- und Industriekultur in die "Entwicklungsstrategie Lausitz 2050" einfließen, die im September fertiggestellt sein soll. Außerdem schlägt das Akteursnetzwerk einen Baukulturrat vor. Dieser soll bis 2038 die Strukturentwicklung in der Lausitz als fachlicher Dienstleister und Unterstützer begleiten und die Sichtbarkeit erhöhen. Zum Beispiel mit Themenjahren, in denen sich die Lausitz der Zukunft präsentiert. Die Ideen reichen vom "Jahr des Seenlandes" über "Jahr der Erneuerbaren" bis zum "Jahr der Pioniere".

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