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Konferenz zum Strukturwandel in der Lausitz unter dem Blickwinkel der Sorben

Domowina und Zukunftswerkstatt luden zur Konferenz zum Strukturwandel in Senftenberg ein.

(Senftenberg, 13./14.09.2018) Für den 13. und 14. September 2018 hatten die Domowina zu einer Konferenz zum Strukturwandel aus Sicht der Sorben und Wenden eingeladen.

Die Veranstaltung wurde mit der Zukunftswerkstatt Lausitz organisiert und fand an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg in Senftenberg statt. 140 Gäste am ersten Tag, 120 am Folgetag nahmen an den Vorträgen, Gesprächen und Workshops teil.

Ziel der Domowina-Konferenz war es, dass die Sorben ihre Erwartungen an das Entwicklungskonzept der Lausitz formulieren, ihr Zukunftsbild nach dem Ende des Braunkohleabbaus entwerfen.

Konferenz zum Strukturwandel in der Lausitz unter dem Blickwinkel der Sorben
Foto: Domowina

Die Konferenz war auch ein Auftakt zum Leitbildprozess, den die Zukunftswerkstatt Lausitz organisiert.

Unter den Konferenzteilnehmern waren u.a. Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange, Martina Münch, Brandenburger Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur sowie der der ehemalige Sächsische Ministerpräsident und heutige Co-Vorsitzende der Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung (Kohlekommission) Stanislaw Tillich. Peter Altmeier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie schickte ein Grußwort.

Starke Betroffenheit

Das Siedlungsgebiet der Sorben in Brandenburg und Sachsen ist erheblich von der Braunkohlengewinnung und -verstromung betroffen. Dörfer wurden abgebaggert, soziale Strukturen zerstört und das kulturelle Erbe beeinträchtigt. Aber auch die Herausforderungen in Zusammenhang mit dem Kohleausstieg sind für das sorbische Volk enorm.

Dazu David Statnik, Vorsitzender der Domowina − Bund Lausitzer Sorben: “Was wäre die Lausitz ohne die Sorben und was wären die Sorben ohne die Lausitz? Das eine kann ohne das andere nicht bestehen. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns an diesem langfristigen Entwicklungsprozess aktiv beteiligen, nicht zuletzt deshalb, weil die strukturellen Umwälzungen alle Einwohner der Lausitz betreffen. Die Konferenz wird, das hoffe ich sehr, zu mehr öffentlicher Aufmerksamkeit nicht nur für solche Themen wie Sicherung der Arbeitsplätze, Klimaschutz etc., sondern auch für die betroffenen Sorben/Wenden führen. (Łužica bjez Serbow njeby była a tež bjez Łužicy njebychu Serbja byli. Je tuž wažne, zo so na tutym dołhodobnym wuwiću wobdźělimy. Potrjechi to wšak wšitkich tu bydlacych. Widźu w tym tež šansu, zo rosće z tym tež widźomnosć našeho ludu.)“

Heike Zettwitz, Dezernentin des Lead-Partners Landkreis Görlitz dazu: „Junge Familien, egal ob Deutsche oder Sorben, brauchen eine Perspektive, und zwar hier vor Ort. Und wir brauchen die Jungen, um auch in Zukunft eine prosperierende, lebenswerte, zweisprachige und bikulturelle Lausitz zu haben.“

Zweisprachigkeit als Chance

Einig waren sich die Teilnehmer darin, dass die Zweisprachigkeit der Lausitz als Chance gesehen werden muss: Für Unternehmen, die sich in Richtung Osteuropa orientieren, spielt die sorbische Sprache zunehmend eine größere Rolle. Die zweisprachige Lausitz mit der Kultur der Sorben und Wenden ist ein Alleinstellungsmerkmal im touristischen Kontext.


Gefördert wird die Veranstaltung aus Mitteln des Bundes sowie der Länder Sachsen und Brandenburg im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsinfrastruktur".

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