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Ohne Frauen keine Zukunft für die Lausitz

Untersuchung der HSZG beleuchtet Perspektiven von Frauen auf den Strukturwandel

Im Auftrag der Wirtschaftsregion Lausitz GmbH hat das Projekt F wie Kraft des TRAWOS-Instituts der Hochschule Zittau/Görlitz die Perspektiven von Frauen auf den Strukturwandel in der Lausitz untersucht. Auf Basis von vorhandenen Studien sowie durch Interviews entstand eine Zusammenfassung der Ausgangslage und der nötigen Maßnahmen, um die Region für Frauen attraktiv zu gestalten. Viele Frauen wünschen sich, in der Region zu bleiben. Sie sehen in der Lausitz Vorteile: viel Raum für eigene Ideen und die persönliche Entwicklung, ausreichend Platz für Kinder und Familie, ein attraktives Umfeld, günstige Mieten und Lebenshaltungskosten. Andererseits ist es kompliziert, eine Arbeit zu finden, die gut bezahlt ist und den eigenen Qualifikationen und Vorstellungen entspricht. Daher müssen viele Frauen Kompromisse eingehen, wie zum Beispiel weite Fahrtwege zur Arbeit.

Während der Corona-Krise wurde wieder sichtbar, welche immensen Leistungen insbesondere Frauen für die Gesellschaft leisten. Den Verkäuferinnen und Pflegerinnen wurde zwar Beifall gespendet. Dennoch haben sie zu wenig Einfluss auf Veränderungsprozesse. Die Autorinnen der Untersuchung plädieren dafür, den Strukturwandel in der Lausitz zu nutzen, um auf regionaler Ebene wirksame Maßnahmen zu ergreifen. Im Rahmen des Strukturwandels könnte sich die Lausitz in eine Vorreiterposition im Pflegebereich bringen. Benötigt werden dafür Aussagen zu den künftigen Herausforderungen an das Pflegepersonal und eine qualitative Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Entlohnung, Qualifizierungen und Modelle zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind dafür wesentliche Bausteine. Um die Expertise des Pflegepersonals in die Prozesse des Strukturwandels einfließen zu lassen, braucht es eine frühzeitige Ansprache und geeignete Formate.

Die Untersuchung bestätigt, dass es bereits einen hohen Grad der Vernetzung unter Fraueninitiativen gibt. Diese Zusammenarbeit endet allerdings oftmals an Landkreisgrenzen oder ist nur auf ein Bundesland bezogen. So fehlt etwa ein institutionelles Netzwerk der Gleichstellungsbeauftragten in der Lausitz. Eine weitere Herausforderung besteht in der mangelnden Kontinuität der thematischen Arbeit aufgrund von Projekten mit zumeist kurzfristiger und geringer Finanzierung. Generell, so die zentrale Empfehlung, braucht es mehr Weiblichkeit in den anstehenden Veränderungsprozessen. Das beginnt bei der Themensetzung, reicht über die Besetzung von Podien und geht bis in die Entscheiderebene, wo noch immer Frauen in der klaren Unterzahl sind.

Die Ergebnisse der Untersuchung „Frauen als Wirtschaftsfaktor für die Lausitz“ fließen in die „Entwicklungsstrategie Lausitz 2050“ ein. Diese wird derzeit im Rahmen des Projektes „Zukunftswerkstatt Lausitz“ erarbeitet. Der Geschäftsführer der federführenden Wirtschaftsregion Lausitz GmbH, Heiko Jahn: „Die Entwicklungsstrategie wird von rund 60 Lausitzerinnen und Lausitzern in einer Schreibwerkstatt zusammengestellt. Dabei legen wir großen Wert auf unterschiedliche Perspektiven und binden Frauen und Männer aus der gesamten Lausitz und aus diversen Professionen in diese regionale zukunftsweisende Arbeit ein.“

Das Statuspapier finden Sie hier.

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