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Eine klare Strategie für die Zukunft der Lausitz.

Die Lausitz – Eine Region entfaltet ihr Zukunftspotenzial

In den vergangenen Jahrzehnten war der Abbau von Braunkohle eine der zentralen ökonomischen Säulen in der Lausitz. Die Region erstreckt sich in Deutschland über die beiden Bundesländer Brandenburg und Sachsen. Die Braunkohle sicherte Arbeitsplätze, Steuern, Einkommen – und schuf Identität.

Mit der Entscheidung der deutschen Bundesregierung, aus der Braunkohleverstromung auszusteigen, setzte in der Lausitz einer der größten Veränderungsprozesse der jüngeren bundesdeutschen Geschichte ein: Derzeit bündeln Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft ihre Expertise und ihr Engagement. Gemeinsames Ziel ist es, dass die Lausitz auch in Zukunft eine lebendige und lebenswerte Heimat bleibt und ihr Potenzial für die Menschen in der traditionsreichen Region entfalten kann.

 

 

Blick auf eine alte Braunkohlfabrik
Foto: Axel Heimken
Perspektiven der Regionalentwicklung

Warum braucht es eine Entwicklungsstrategie?

Die Zukunftswerkstatt als Projekt der Wirtschaftsregion Lausitz GmbH wird gemeinsam mit Partnern eine Entwicklungsstrategie für die Lausitz erarbeiten. Ziel ist es, dass damit ein für alle Akteure verbindlich akzeptiertes Strategiepapier für die Gestaltung einer zukunftsfähigen und lebenswerten Lausitz entsteht. Ausgangspunkt für die Arbeit an der Entwicklungsstrategie sind Dokumente wie der Abschlussbericht der Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“, das Leitbild des Strukturstärkungsgesetzes des Bundes sowie eine Vielzahl von Studien, Konzepten sowie Ergebnissen aus Fachgesprächen und Bürgerdialogen mit Menschen aus der Region.

 „Grundvoraussetzung für gelingenden Strukturwandel ist ein eigenständiges, fortschreibungsfähiges und evaluierbares regionales Entwicklungskonzept, das das jeweilige Revier ganzheitlich und in seinen Wechselwirkungen mit der umgebenden Region zukunftsfest aufstellt“ Seite 73 KWSB (Kommission "Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung")

Das Strategiepapier bildet eine wichtige Grundlage für eine planvolle und erfolgreiche Gestaltung des Strukturwandels in der Lausitz. Denn eine Voraussetzung für die Bewilligung der Strukturhilfen von Bund und Europäischer Union ist ein strategischer regionaler Masterplan in Form einer Entwicklungsstrategie: Dieser Plan soll plausibel darstellen, mit welchem Vorgehen, welchen Maßnahmen und Projekten der Strukturwandel in den Lausitzer Regionen länderübergreifend angegangen und erfolgreich vorangetrieben werden soll. Es braucht einen "Masterplan" für die Gestaltung einer lebenswerten, zukunftsfähigen Lausitz


Wie gehen wir dabei vor?

In Vorbereitung auf die Erarbeitung der Entwicklungsstrategie als gemeinsame Grundlage für die nächsten drei Jahrzehnte und darüber hinaus hat die Zukunftswerkstatt eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien und Gutachten beauftragt. Außerdem wurden die Bürgerinnen und Bürger der Lausitz in einem aufwändigen Prozess befragt, wie sie sich die Lausitz von morgen vorstellen. 

Diese umfangreiche Materialsammlung und die vorhandenen regionalen und kommunalen Leitbilder, Konzepte und Positionspapiere für die Lausitz werden nun bis zum Ende des Jahres 2020 zur „Entwicklungsstrategie Lausitz 2050“ mit verschiedenen Handlungsfeldern verdichtet. Einbezogen werden dabei auch die Empfehlungen aus dem Abschlussbericht der von der Bundesregierung einberufenen Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ (KWSB) sowie deren Konkretisierung im Rahmen des noch zu verabschiedenden „Strukturstärkungsgesetzes“ des Bundes einschließlich des darin aufgeführten Leitbildes. 


Schild mit der Aufschrift "zum Workshop"
Foto: Irene Deifeld
Schreibwerkstatt

Zusammenarbeit in der Schreibwerkstatt

Die Erarbeitung der "Entwicklungsstrategie Lausitz 2050" wird in sogenannten Schreibwerkstätten erfolgen. Insgesamt sind fünf Arbeitstreffen mit verschiedenen AutorInnen aus der Lausitz geplant. Sie werden zwischen Mai und September 2020 einmal monatlich durchgeführt – aufgrund der aktuellen Corona-Situation als Online-Schreibwerkstätten. Dazwischen können die AutorInnen selbstständig und in Gruppen digital an dem Papier weiterarbeiten. Ein Onlinetool inklusive digitaler Bibliothek unterstützt die Arbeit der AutorInnen. Es erleichtert die Zusammenarbeit sowie die Sichtung, Recherche und Verdichtung der umfangreichen Materialsammlung zur Entwicklungsstrategie.

zur Digitalen Schreibwerkstatt

In die Schreibarbeit werden circa 45 Personen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen eingebunden sein. Die Arbeit erfolgt entlang entlang von Handlungsfeldern. Beispiele hierfür wären Themen die Themen der Digitalisierung oder der Mobilität. Pro Handlungsfeld arbeitet je ein Autorenteam von drei bis vier Personen zusammen. Ein Leitfaden hilft, den Arbeitsprozess zu strukturieren.

Eine Besonderheit dieser Schreibwerkstatt besteht darin, dass die gefundenen Ziele auch messbar gemacht werden sollen. Mit Hilfe von Indikatoren kann die Zielerreichung überprüft werden. Zwei Teams von Wissenschaftlern arbeiten gerade daran, der Schreibwerkstatt hier Vorschläge zu unterbreiten. Zum einen soll es hier um die gewünschte wirtschaftliche Entwicklung gehen, zum anderen um das "Gute Leben" in der Lausitz allgemein.

Die Zielvorstellungen der Schreibwerkstatt und die zugrunde gelegten Indikatoren sollen es den EntscheiderInnen insbesondere der Politik erleichtern, Maßnahmen und Programme aufzusetzen und deren Zielerreichung zu kontrollieren. Nicht nur das Ziel, sondern auch der Weg zum „Guten Leben“ in der Lausitz kommen so in den Blick.

 

Fertigstellung der Entwicklungsstrategie bis Ende 2020

Die fertige Strategie soll bis Ende September vorliegen. Grafische Aufbereitung sowie Satz und Layout erfolgen im Anschluss. Geplant ist zudem eine Befassung der Lausitzer Kreistage und des Stadtrates Cottbus. Im November erfolgt dann die Veröffentlichung des Strategiepapiers als erster Aufschlag und Grundlage für eine Weiterschreibung an der Entwicklungsstrategie für die Lausitz in den nächsten Jahren.

Herausgeber und Absender der Entwicklungsstrategie ist die Wirtschaftsregion Lausitz GmbH – und damit deren Gesellschafter: die sechs Landkreise Bautzen, Dahme-Spreewald, Elbe-Elster, Görlitz, Oberspreewald-Lausitz, Spree-Neiße sowie die kreisfreie Stadt Cottbus. Die Landesregierungen von Brandenburg und Sachsen sind Kooperationspartner des Vorhabens.

 


Entwicklungsstrategie Grafik Zeitplan
gesamter Zeitplan der Schreibwerkstatt zur Erarbeitung der "Entwicklungsstrategie Lausitz 2050"
Zeitplan der vier Schreibwerkstätten
Zeitplan der vier Schreibwerkstätten
Entwicklungsstrategie Grafik

Wer ist an der Erstellung der Entwicklungsstrategie beteiligt?

Aus der Region, durch die Region, für die Region – so lässt sich die Entstehung und Erstellung der „Entwicklungsstrategie Lausitz 2050“ beschreiben. Hinzu kommt der Blick über den Tellerrand in Form wissenschaftlicher Begleitung sowie der Analyse und Beschäftigung mit  anderen Transformationsprozessen und -projekten und Ableitungen daraus für die Lausitz.

Die Erstellung der Entwicklungsstrategie ist ein partizipatorischer Prozess. Eine Vielzahl von Akteuren aus den Lausitzer Regionen in Brandenburg und Sachsen wirkte im Vorfeld an der Erstellung der umfangreichen Materialsammlung, die in die Entwicklungsstrategie einfließt, mit: in Bürgerdialogen und Fachgesprächen sowie bei der Erarbeitung wissenschaftlicher Studien und Gutachten mit Bezug zur Lausitz.  

Als zweiter Schritt nach der Materialsammlung wird nun das Strategiepapier von einem kompetenten Autorenteam, von Personen aus der Lausitz innerhalb einer Schreibwerkstatt erarbeitet. Gemeinsam mit ihren Gesellschaftern und den für die Lausitz zuständigen Vertretern der Länder Brandenburg und Sachsen identifiziert die Wirtschaftsregion Lausitz GmbH Personen, die als Autoren an den Schreibwerkstätten teilnehmen. Für die Auswahl des Autorenteams sind Kriterien definiert. 

Ein zentraler Erfolgsfaktor dabei ist, dass Menschen aus der ganzen Lausitz in unterschiedlichen Funktionen am Schreibprozess beteiligt sind:

Autoren arbeiten innerhalb der Handlungsfelder in mehreren Teams – sie erstellen das Strategiepapier für die Lausitz in einer Schreibwerkstatt. Bei den Autoren sind Fachleute aus Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft (inklusive Lausitzrunde und Domowina) und Verwaltung (z.B. Vertreter der WRL-Landkreise, Wirtschaftsförderungen der Kommunen und Länder) beteiligt. Mit dabei sind auch Vertreter der kommunalen sowie der brandenburgischen und sächsischen Landesebene. Zusätzlich sind die Fachleute der  ZWL in den Autorenteams vertreten.

Wissenschaftler und Fachleute, die die vielen Studien und Gutachten für die ZWL erstellt haben sind Berater für die Autorenteams. Ebenfalls stehen jene Experten (aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft) als Berater zur Verfügung, die bei der Erarbeitung der Prämissen mitgewirkt haben.

Eine weitere wichtige Gruppe innerhalb des Schreibprozesses sind die Mitlesenden. Hier handelt es sich um die Mitglieder des ZWL-Lenkungsausschusses sowie Vertreter der Lokalparlamente aus der Lausitz. Außerdem erhalten Multiplikatoren in relevanten Kammern, Verbänden sowie Gewerkschaften und Unternehmen die Möglichkeit, den Prozess mit Leserecht zu begleiten.

In diesem Verständnis ist die Entwicklungsstrategie mehr als nur eine klassische Konzeption für regionale Wirtschafts- und Infrastrukturförderung. Sie soll Ausdruck des gemeinschaftlichen Bewusstseins und abgestimmten Strukturwandel in der Lausitz sein.

Gleichzeitig ist die Entwicklungsstrategie auch das Ergebnis eines bisher in der gesamten Lausitz einmaligen Partizipationsprozesses über alle Regionen, Ebenen und Akteursgruppen hinweg.

Beteiligung Entwicklungsstrategie
Foto: Irene Deifeld